Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz ist eine chronische, progressive Erkrankung des Herzens, die dazu führt, dass die Fähigkeit das Blut ausreichend im Körper zu verteilen, aufgrund einer geschwächten Herzmuskulatur, abnimmt.

Eine Herzinsuffizienz ist somit nicht mit einem Herzstilland gleichzusetzen, sondern mit einem fallenden Funktionsniveau des Herzens.

Alle Zellen in unserem Körper brauchen Sauerstoff, um zu überleben und optimal zu funktionieren. Den benötigten Sauerstoff liefert das Blut, das mithilfe des Herzens durch den ganzen Körper gepumpt wird. Durch das Pumpen wird das sauerstoffarme Blut zu den Lungen geführt, und mit sauerstoffreichem Blut ausgetauscht. Bei einer Herzinsuffizienz bekommen die Zellen des Körpers somit eine kleinere Menge sauerstoffreiches Blut. Das wiederum kann eine Reihe von Symptomen mit sich führen, da Sauerstoffmangel einer schlechteren Funktion der Zellen führt.

Das durchschnittliche Alter für eine Herzinsuffizienz liegt bei 70 Jahren und die Anzahl der Herzinsuffizienz-Fälle ist steigend. Ungefähr 10 Millionen Menschen leiden an dieser Krankheit europaweit.

 

Welche Symptome sind typisch bei einer Herzinsuffizienz?

  • Atemnot
  • Husten
  • Wasseransammlungen
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Verwirrung
  • Hoher Puls
     

Leider sind viele dieser Symptome auch bei anderen Zuständen typisch, wie beispielsweise schlechter Kondition, Übergewicht oder im hohen Alter. Deswegen werden die Symptome nicht rechtzeitig erkannt und es werden ihnen keine Bedeutung beigemessen. Eine Herzinsuffizienz ist eine ernstzunehmende Krankheit, die eine bessere Prognose bei früher Erkennung aufweist.

 

Warum treten die Symptome auf?

Da sich das Blut in den Lungen anstaut und die Pumpfunktion des Herzens geschwächt ist, wird der Rest des Körpers nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Die vermehrten Mengen von Blut in den Lungen führen zu einem Druckanstieg in den Blutgefäßen der Lungen. Das wiederum führt dazu, dass Flüssigkeit in das Lungengewebe austritt. Die Flüssigkeit führt zu einer erschwerten Atmung, Husten und pfeifenden Geräuschen. Da die Menge des Bluts, was im Körper verteilt werden soll, reduziert ist, kommt auch weniger Blut zurück zum Herzen. Das führt dazu, dass das Blut sozusagen in den Venen stehen bleibt und nicht weiter gepumpt wird. In diesen Situationen tritt auch hier Flüssigkeit aus der Blutbahn in das Gewebe aus. Das führt zu Wassereinlagerungen in den Füßen und Beinen.

Bei unzureichender Sauerstoffversorgung, beginnt der Körper, die lebensnotwendigen Organe, wie zum Beispiel das Gehirn, als erstes mit Sauerstoff zu versorgen. Das geschieht jedoch nicht ganz ohne Probleme, denn andere Gewebe, wie Muskeln und der Darm bekommen folglich weniger Sauerstoff. Deswegen fühlt man sich müde, abgeschlagen, kraftlos und kann Probleme mit der Verdauung haben.

Bei einer niedrigen Sauerstoffkonzentration im Blut kann das Gehirn nicht optimal funktionieren, deswegen kann man Konzentrationsschwierigkeiten erleben.

Um auf die reduzierte zirkulierende Menge von Blut zu reagieren, beginnt das Herz schneller zu schlagen, um das gleiche Volumen per Zeiteinheit herum zu pumpen: der Puls steigt.

 

Welche Ursachen hat eine Herzinsuffizienz?

Personen, die an einer Herzinsuffizienz leiden, haben in den meisten Fällen auch andere Krankheiten oder haben vorher ähnliche Symptome erlebt. Es gibt mehrere Krankheiten, die zu einer Herzinsuffizienz führen können.  Die häufigsten Krankheiten, die eine Herzinsuffizienz mit sich führen können, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Schlaganfälle. Darüber hinaus können angeborene Herzfehler, Herzklappen-, Herzmuskel- und Lungenerkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Schlafapnoe-Syndrom, Alkohol und gewisse Medikamente zu einer Herzinsuffizienz führen.

Das Herz reagiert auf eine Herzinsuffizienz, indem es versucht die Muskelschwäche mit schnellen Schlägen und einem Muskelwachstum zu kompensieren. Damit versucht das Herz das Volumen pro Zeiteinheit zu erhöhen. Ein anderer Versuch zu kompensieren ist das Zusammenziehen der Blutgefäße, um einen möglichen Blutdruckabfall aufgrund der verringerten Blutmenge zu verhindern. Diese Mechanismen verbergen den eigentlichen Zustand in der ersten Zeit. Es treten jedoch nach einiger Zeit die ersten Symptome in Form von Abgeschlagenheit und Atemnot, besonders bei körperlicher Aktivität, auf.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Herzinsuffizienz?

Eine Untersuchung der elektrischen Aktivität des Herzens (EKG) und ein Ultraschall des Herzens (Echokardiographie) unterstützen dem Arzt in der Stellung einer Diagnose. Der Arzt behandelt die Herzinsuffizienz je nach Schweregrad der Herzinsuffizienz und der vermuteten Ursache.

Es wird empfohlen, mit dem Rauchen aufzuhören, Gewicht abzunehmen, sportliche Aktivitäten in den Alltag zu implementieren, eine salzreduzierte Ernährung an den Tag zu legen und auf Alkohol zu verzichten. Es gibt darüber hinaus eine Reihe von Arzneimitteln, die auf verschiedene Arten die Symptome der Herzinsuffizienz lindern können. Die am häufigste angewendeten Arzneimittel sind Betablocker, ACE-Hemmer, Digoxin und Harntreibende Mittel.

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