Hyperhidrose

Hyperhidrose

Was ist Hyperhidrose?

Bei einer Hyperhidrose handelt es sich um eine medizinische Bezeichnung für eine übermäßige Schweißproduktion.  Es handelt sich bei diesem Zustand um eine Erkrankung, bei der mehrere Stellen des Körpers von einer störenden Schweißproduktion betroffen sind.

Geschätzt leiden 1-2 % der Menschen in Deutschland unter Hyperhidrose und viele schämen sich für diese Krankheit und versuchen die Symptome zu verstecken – so entsteht der Eindruck, dass es sich um einen seltenen Zustand handelt. Hyperhidrose beginnt häufig bereits im Kindes- oder Teenagealter.

 

Welche Symptome sind typisch bei Hyperhidrose?

Hyperhidrose ist ein Zustand, der von einer übermäßigen Schweißproduktion geprägt ist, die nicht mit der Aktivität, die ausgeführt wird, in Relation steht. Das bedeutet, dass die Schweißproduktion bei vergleichbaren Aktivität bei der Normalbevölkerung um einiges niedriger ist, als bei den Betroffenen. Der Schweiß läuft unkontrolliert, obwohl man sich nicht sonderlich anstrengt.

 

Die zwei Formen von Hyperhidrose:

  • Lokale Hyperhidrose: leicht erhöhte Schweißproduktion in beiden Achseln, der Leiste, den Händen oder Füssen

  • Generalisierte Hyperhidrose: erhöhte Schweißproduktion am ganzen Körper, unter anderem dem Gesicht


Welche Ursachen gibt es für Hyperhidrose?

Menschen, die an Hyperhidrose leiden, haben nicht mehr Schweißdrüsen als die Normalbevölkerung, aber die Aktivität der Schweißdrüsen ist um einiges höher. Die Schweißdrüsen reagieren schneller auf „schweißstimulierende“ Faktoren und eine Stimulation führt zu einer größeren Schweißproduktion, als eigentlich notwendig.

Hyperhidrose gehört zu der Kategorie der Hautkrankheiten, obwohl das Nervensystem hier auch eine bedeutende Rolle spielt.

 

Hyperhidrose wird in primäre und sekundäre Hyperhidrose eingeteilt:

  • Primäre Hyperhidrose ist ein angeborener Zustand, der nicht auf eine unterliegende Erkrankung oder Arzneimittelnebenwirkungen zurückzuführen ist. Bei der lokalen Hyperhidrose ist es häufig eine Störung des Nervensystems, die die Schweißdrüsen stimulieren, während es bei der generalisierten Hyperhidrose häufig eine Überaktivität des Nervensystems ist.

  • Sekundäre Hyperhidrose ist auf eine unterliegende Krankheit oder Behandlung zurückzuführen. Beispiele für diese Krankheiten sind eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Krebs oder die Einnahme von gewissen Medikamenten (Antidepressiva)

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Hyperhidrose?

Eine Hyperhidrose kann mit verschiedenen Präparaten behandelt werden.

Ein Antitranspirant mit Aluminiumchlorid hemmt die Schweißproduktion der Schweißdrüsen und verhindert somit Geruchsbildung und störende Schweißflecken. Das Aluminiumchlorid bildet eine Art Pfropfen in den Ausführungsgängen der Schweißdrüsen und verhindert somit, dass der Schweiß austreten kann. Ein Antitranspirant kann in Form eines Sprays oder eines Roll Ons aufgetragen werden und inzwischen haben diese eine Wirkungsdauer von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen.

Darüber hinaus gibt es medizinische Behandlungsmöglichkeiten, die in Tablettenform eingenommen werden. Die Tabletten hemmen die Aktivierung und Stimulierung der Schweißdrüsen und reduzieren somit die Schweißproduktion. Die am häufigsten angewendeten Präparate sind die sogenannten Anticholinergika, die verhindern, dass das Nervensystem und dessen Nervenbahnen die Schweißdrüsen aktivieren können.  Bei der Hemmung des Nervensystems werden jedoch auch andere Funktionen gehemmt und deswegen können Nebenwirkungen in Form von Mundtrockenheit, trockenen Augen, Müdigkeit und Kopfschmerzen auftreten. Beispiele für anticholinerge Präparate sind Ercoril und Ditropan.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei Hyperhidrose ist die Injektion mit dem Botulinumtoxin (Botox). Das Nervengift wird in die Bereiche injiziert, in denen die Schweißproduktion besonders ausgeprägt ist und verhindert somit, dass die Nervensignale zu den Schweißdrüsen gelangen können. Die Injektion des Botulinumtoxins geschieht unter Betäubung und ist von daher schmerzfrei. Der Effekt hält etwa 3-6 Monate und die Behandlung muss danach wiederholt werden.

Es gibt eine Reihe von verschiedenen permanenten Behandlungsmöglichkeiten, die chirurgisch vorgenommen werden. Man kann zum Beispiel die Schweißdrüsen entfernen. Hier ist jedoch eine gewisse Unsicherheit darüber vorhanden, ob alle Schweißdrüsen entfernt werden konnten und deswegen sind in manchen Fällen mehrere Operationen notwendig. Doch die Operation birgt auch Risiken in Form von Narbenbildung, Infektionen und Gefühlsstörungen im operierten Bereich.

Ein weiterer chirurgischer Eingriff ist die Blockierung der Nervensignale, indem man die Nervenstränge zu den Schweißdrüsen durchtrennt und die Stimulierung permanent hemmt. 80-95% der Patienten erleben jedoch, dass der Körper an anderen Stellen versucht für die fehlende Schweißproduktion zu kompensieren. Deswegen ist es zu diskutieren, ob diese Form von Chirurgie hier wirklich für den Patienten von Nutzen ist.

Zu Guter Letzt gibt es eine Behandlung, die sich Iontophorese nennt. Bei dieser Behandlung wird ein leichter Stromfluss über die Haut geleitet, wodurch sich die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen übergangsweise verschließen. Um einen andauernden Effekt zu erlangen, müssen viele Anwendungen vorgenommen werden.

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