Die Weltgesundheitsorganisation (WHO): Lärm ist das zweitgrößte umweltbedingte Gesundheitsrisiko

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO): Lärm ist das zweitgrößte umweltbedingte Gesundheitsrisiko

Die WHO schätzt, dass jährlich 1,6 Millionen gesunde Jahre durch übermäßigen Verkehrslärm in Westeuropa verloren gehen. Die Organisation gibt an, dass Lärm in der EU eine der größten umweltbedingten Todesursachen ist und nur durch Luftverschmutzung übertroffen wird.

Lärm wirkt sich negativ auf verschiedene Gesundheitsparameter aus und ist für die allgemeine Gesundheit von wesentlicher Bedeutung. Menschen sind Lärm aus einer Vielzahl von Quellen ausgesetzt, von Verkehrslärm bis hin zu Fitnessstudios mit lauter Musik, Flug- und Zugverkehr, Windmühlen, Baustellen und dem häufigen Gebrauch von Kopfhörern mit hoher Lautstärke. 

Laut der WHO gehen jährlich 1,6 Millionen gesunde Jahre durch Lärmbelastung verloren. Dies betrifft sowohl Menschen, die vorzeitig sterben, aber auch Menschen, deren Leben sich durch Lärmbelastung von einem gesunden Leben zu einem Leben mit Behinderung und Folgeschäden entwickelt. 

 

Lärm kann schwerwiegende Folgen haben

Die Folgen einer Lärmbelastung sind sehr unterschiedlich. Die offensichtlichsten Folgen einer Lärmbelastung sind Hörschäden und Tinnitus. Darüber hinaus können Sie auch erhöhten Stress erleben, wenn Sie über einen längeren Zeitraum starkem Lärm ausgesetzt sind. Starker Stress kann wiederum zahlreiche andere physische und psychische Folgen haben.

Die WHO weist darauf hin, dass Lärm mit Fettleibigkeit verbunden ist und dass bereits eine geringfügig erhöhte Lärmbelastung das Risiko für Blutgerinnsel erhöht. Es lohnt sich daher zu überlegen, ob Ihr Schlafzimmer der Bahn zugewandt ist oder sich am anderen Ende des Hauses befindet, wo kein Lärm durch das Fenster hereinkommt. 

Denn auch wenn Sie es vielleicht nicht bemerken oder aufwachen, ist die nächtliche Lärmbelastung schädlich für Ihren Schlaf. Ein gesunder Schlafrhythmus ist für die Gesundheit sehr wichtig und wenn wir nachts Lärm ausgesetzt sind, kann unser Schlaf unruhig werden.

 

Jede Menge Action, aber wenig Erfolg

Die EU hat seit vielen Jahren versucht, das Problem zu bekämpfen. Bereits 1993 hatte die EU einen Aktionsplan aufgelegt, der sicherstellen sollte, dass keine Europäer mit gesundheitsschädlichen Lärmpegeln leben müssen. Sechsundzwanzig Jahre später kommt die WHO zu dem Schluss, dass immer noch 100 Millionen Europäer unter diesen Bedingungen leben, was einem Fünftel der europäischen Bevölkerung entspricht. Die Arbeit ist also noch lange nicht erledigt. 

Im Jahr 2010 befragte die WHO fast 30.000 Europäer zu ihren Erfahrungen mit Lärm. Acht von zehn Befragten gaben an, dass sie gesundheitsschädlichen Lärmpegeln ausgesetzt waren. Die Ergebnisse zeigten auch, dass 15 Prozent der Befragten Lärm in ihrer Top-5-Bewertung einstuften, für Umweltrisiken, über die sie sich am meisten Sorgen machten.

Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass nur Luftverschmutzung Lärm übertrifft, wenn es um Umweltfaktoren geht, die sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. 

 

Verkehrssicherheit könnte die Lärmreduzierung von Autos verhindern  

Der zunehmende Fokus auf Klima und Umwelt in den letzten Jahren hat großes Interesse daran geweckt Benzin- und Dieselautos durch Elektroautos zu ersetzen. 

Da Elektroautos nicht annähernd so laut sind wie Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen, würde dies einen signifikanten Unterschied im Geräuschpegel machen, dies insbesondere in Ballungsgebieten. Der dänische Verkehrssicherheitsrat weist jedoch darauf hin, dass eine Reduzierung der Fahrzeuggeräusche riskant sein könnte, da die Leute dadurch möglicherweise nicht wissen, wann ein Auto kommt, wenn sie es nicht hören können. 

Daraufhin hat die EU auch beschlossen, dass bis zum 1. Juli 2019 alle Elektroautos ein System eingebaut bekommen, welches sicherstellt, dass diese bei einer Geschwindigkeit über 20 km/h ein "falsches" Motorgeräusch von 56 Dezibel abgeben. Diese Entscheidung ist auf einige Kritik gestoßen.

Einige Studien zeigen, dass Menschen bereits Probleme bekommen, wenn sie einen Geräuschpegel von 55 Dezibel ausgesetzt sind. Auf diese Weise könnte die Sorge um die Straßenverkehrssicherheit das Verletzungsrisiko, welches durch Lärm entsteht, erhöhen.
 

Quellenverzeichnis

1. http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0008/383921/noise-guideline…

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