Durchbruch im Kampf gegen Chlamydien: Impfstoff in Sicht?

Durchbruch im Kampf gegen Chlamydien: Impfstoff in Sicht?

Nach vieler Jahre Forschung gibt es jetzt Hinweise darauf, dass es bald eine Impfung gegen Chlamydien geben könnte. Eine Studie mit gesunden Frauen hat zu positiven Ergebnissen ohne Nebenwirkungen geführt.

Dänische Forscher ebnen den Weg für einen Impfstoff gegen die weltweit häufigste Geschlechtskrankheit Chlamydien. Im Jahr 2017 gab es allein in den USA fast zwei Millionen Fälle.

Seit 15 Jahren arbeiten verschiedene Forscherteams daran, einen Impfstoff zu finden, der die vielen weltweit auftretenden Chlamydien-Fälle ein Ende setzen soll. Eine Studie hat nun die sogenannte Phase-1 erfolgreich abgeschlossen, mit der Hoffnung einen Impfstoff zu finden und genehmigt zu bekommen. 

 

Was sind Chlamydien?

Chlamydien sind Infektionen, die hauptsächlich durch ungeschützten Sexualkontakt übertragen werden. Mütter, die Chlamydien haben, können auch ihre Kinder während der Geburt damit anstecken. Die Symptome der Infektion treten in der Regel ein bis drei Wochen nach der Infektion auf, unter anderem in Form einer Harnröhrenentzündung, was bei beiden Geschlechtern zum Brennen im Genitalbereich und Ausfluss führt. In der Hälfte der Fälle treten jedoch keine Symptome auf, welches es schwer macht die Krankheit zu erkennen. 

Wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird, hat sie keine Nebenwirkungen. Wird die Infektion hingegen nicht entdeckt, kann sie sich bei Frauen zu einer Unterleibsentzündung entwickeln, was im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit führen kann. Bei Männern besteht die Gefahr einer Entzündung der Nebenhoden. 

 

Keine Anzeichen von Nebenwirkungen  

Die Studie untersuchte den Impfstoff an dreißig gesunden Frauen, während fünf Frauen Placebo-Medikamente erhielten. Keine der dreißig Frauen hatte andere Nebenwirkungen als einen sofortigen Schmerz an der Stelle, an der sie gestochen wurde. Dies trat in geringerem Maße auch in der Placebo-Gruppe auf. 

Die Studie des Impfstoffs durchlief nur die sogenannte Phase-1 und hatte ausschließlich das Ziel zu untersuchen, ob es beim Impfstoff Anzeichen von Nebenwirkungen gab oder nicht. Das bedeutet, dass die Testpersonen noch nicht auf die tatsächliche Wirkung des Impfstoffs getestet wurden, was erst später im Prozess erfolgt wird. 

Es werden mehrere Studien erforderlich sein, um nachzuweisen zu können, dass der Impfstoff wirkt. Von dort sollte auch festgestellt werden, wie lange er wirkt. Ist es ein Impfstoff, den es reicht einmal im Leben zu bekommen, oder sollte man ihn mehrmals bekommen, bevor man wirklich geschützt ist?

Einer der Mitautoren der Studie teilt über Videnskab.dk mit, dass es fünf bis sieben Jahre dauern kann, bis ein Impfstoff auf den Markt kommt. Obwohl nicht nachgewiesen wurde, dass die Testpersonen geschützt sind, sollen die gefundenen Ergebnisse auf den Schleimhäuten der getesteten Personen versichern, dass ein Impfstoff zum Schutz vor Chlamydien in Sicht ist.
 

Quellenverzeichnis

1. https://www.cdc.gov/std/stats17/chlamydia.htm
2. https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(19)30279-8…
3. https://netdoktor.dk/sygdomme/fakta/klamydia.htm
4. https://videnskab.dk/krop-sundhed/klamydia-vaccine-testet-paa-mennesker-fo…
5. https://www.nuffieldtrust.org.uk/resource/effectiveness-of-sexual-health-s…

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